Protokoll der Gemeindeversammlung vom 27. September 2026

TOP 1 – Begrüßung
Sascha Dornhardt begrüßt alle Anwesenden und eröffnet die Gemeindeversammlung mit einem kurzen geistlichen Impuls und Lied. Im Anschluss daran stellt Alexandra Kreimeyer die Tagesordnung vor und fragt nach Ergänzungen.
Ergänzungen / besondere Hinweise:
Aus der Versammlung heraus gibt es keine Ergänzungen zur vorgeschlagenen Tagesordnung.

TOP 2 – Gemeindeangelegenheiten
2a – Aktueller Planungsstand zur Zukunft des Gemeindehauses in Spellen
Bericht von Stefan Niewöhner. „Ein Haus für alle“
Stefan Niewöhner berichtet noch einmal über den Beschluss des Presbyteriums, den Betrieb des Gemeindehauses in Spellen zum Ende des Jahres 2027 einzustellen. Im Anschluss hat sich eine Gruppe gebildet, die sich mit der Idee eines Dorfgemeinschaftshauses beschäftigt. Ziel ist ein Ort, der von der Gemeinde, Gruppen, Vereinen und für unterschiedliche Veranstaltungen genutzt werden kann und an dem Menschen verschiedener Generationen zusammenkommen, beispielsweise bei Krabbelgruppen, Sportgruppen, Chören, Festen und Feiern. Als mögliche Trägerschaft ist die Gründung eines eigenständigen Vereins vorgesehen. Das Gemeindehaus könnte diesem Verein zur Nutzung überlassen werden.

Warum jetzt?
Die finanziellen Herausforderungen der Kirche haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Im Rahmen der Gebäudestrukturanalyse wurde festgestellt, dass das Gemeindehaus in Spellen langfristig nicht in kirchlicher Trägerschaft weitergeführt werden kann. Gleichzeitig ist absehbar, dass auch weitere Gemeinschaftshäuser und Einrichtungen in der Region schließen werden. Daraus ergibt sich ein besonderes „Möglichkeitsfenster“, um die Idee eines Dorfgemeinschaftshauses jetzt weiterzuentwickeln und möglicherweise umzusetzen.

Nutzung und Finanzierung
Voraussetzung für die Umsetzung wäre die Gründung eines Trägervereins. Für die Finanzierung wurden zunächst fünf mögliche Säulen vorgestellt: Mitgliedsbeiträge und Spenden mit einem geschätzten Anteil von ca. 30 %, Ankermieten mit ca. 43 %, die regelmäßige Nutzung durch Vereine mit ca. 23 %, die Tagesvermietung für Feste und Feiern mit ca. 17 % sowie Sponsoring mit ca. 17 %. Bei den genannten Prozentzahlen handelt es sich um erste Orientierungswerte. Die genaue Finanzierung und die jeweiligen Anteile müssen im weiteren Prozess noch konkretisiert werden. Mit einer solchen Finanzierungsstruktur soll es grundsätzlich möglich sein, den laufenden Unterhalt eines Dorfgemeinschaftshauses zu gewährleisten.

Aktueller Stand und weiteres Vorgehen
Stefan Niewöhner berichtet über den aktuellen Stand des Projekts. Zunächst wurden mögliche Ideen und Bedarfe evaluiert. In einem nächsten Schritt sollen die Überlegungen mit Vereinen und weiteren potenziellen Nutzerinnen und Nutzern kommuniziert und deren konkrete Bedarfe abgefragt werden.
Auf dieser Grundlage soll anschließend geprüft werden, ob eine Umsetzung des Projekts realistisch und tragfähig ist. Bei einer positiven Einschätzung wird die Gründung eines Trägervereins angestrebt. Die einzelnen Phasen des weiteren Prozesses werden vorgestellt.

Rückfragen und Rückmeldungen aus der Gemeinde
Ein Gemeindemitglied erklärt, dass sie sich grundsätzlich verschiedene Nutzungen vorstellen könne. Unklar sei für sie insbesondere das Konzept der Ankermieter. Sie fragt, ob es hierfür bereits konkrete Überlegungen gebe und ob ein Ankermieter ausreichend Freiraum für eine eigene Nutzung der Räumlichkeiten hätte.
Antwort: Mit dem Begriff „Ankermieter“ sind zunächst insbesondere die Räumlichkeiten der derzeitigen Jugendarbeit gemeint. Diese könnten dauerhaft beziehungsweise regelmäßig genutzt werden. Die übrigen Räume und Säle sollen weiterhin für eine parallele Nutzung durch andere Gruppen und Vereine zur Verfügung stehen.
Frage nach dem zukünftigen Standort der Jugendarbeit: Die Jugendarbeit soll zukünftig vorwiegend in Friedrichsfeld stattfinden. Für die Jugendlichen wird dies nach derzeitiger Einschätzung als gut umsetzbar angesehen, da das Gemeindehaus in Friedrichsfeld gut erreichbar ist.
Nutzung und Kosten: Das Gebäude soll dem zukünftigen Trägerverein pachtfrei zur Verfügung gestellt werden. Für die Nutzung der Räumlichkeiten durch Gruppen, Vereine und andere Nutzerinnen und Nutzer soll grundsätzlich ein entsprechendes Entgelt erhoben werden. Seitens der Kirchengemeinde ist ein bestimmtes Kontingent an entgeltfreien Nutzungen vorgesehen. Die konkrete Ausgestaltung dieses Kontingents muss noch erarbeitet werden.
Zusammenarbeit mit der katholischen Gemeinde: Es soll zudem gemeinsam mit der katholischen Gemeinde geprüft werden, welche gemeinsamen Bedarfe bestehen und welche Möglichkeiten einer Zusammenarbeit sich daraus ergeben.
Kritische Rückfrage zu den klimapolitischen Vorgaben: Es wird kritisch hinterfragt, inwieweit die Kirchengemeinde an die klimapolitischen Vorgaben der Landeskirche gebunden ist und weshalb kirchliche Einrichtungen bei entsprechenden Maßnahmen teilweise schneller handeln sollen, als es gesetzlich beziehungsweise politisch vorgegeben ist.
Antwort: Es wird noch einmal klargestellt, dass die Aufgabe des Betriebs in Spellen nicht allein aus klimapolitischen Vorgaben begründet ist. Auch die kleiner werdende Gemeinde, mit weniger Mitgliedern, weniger Personal und damit auch weniger Finanzmöglichkeiten, wird nicht dauerhaft zwei Gebäude betreiben und halten können.

2b – Pastoraler Dienst im Kooperationsraum
Bericht: Sascha Dornhardt.

Bericht aus dem pastoralen Dienst
Pastoraler Dienst: Seit dem 1. Juni ist Sascha Dornhardt mit einem Stellenumfang von 50 % im pastoralen Dienst tätig.
Personelle Situation: In Spellen-Friedrichsfeld stehen insgesamt 1,25 Pfarrstellen zur Verfügung, die auf zwei Personen mit einem Stellenumfang von 50 % bzw. 75 % verteilt sind.
Zusammenarbeit im Kooperationsraum: Die pastoralen Aufgaben werden gemeinsam im Team des Kooperationsraums Götterswickerhamm und Spellen-Friedrichsfeld wahrgenommen. Die kollegiale Zusammenarbeit wird als sehr gut und konstruktiv erlebt.
Erfahrungen mit der Sommerkirche: Die Sommerkirche hat sich als erfolgreich erwiesen. Während der Sommermonate fand jeweils nur ein Gottesdienst am Sonntag im gesamten Kooperationsraum statt. Die Gottesdienste waren durchgehend sehr gut besucht; kein Gottesdienst hatte weniger als 80 Besucherinnen und Besucher. Für das pastorale Personal bedeutete die Regelung zugleich eine spürbare Entlastung.
„Gottesdienste über den Zaun“: Das Konzept der „Gottesdienste über den Zaun“ wurde von den Gemeinden gut angenommen und soll auch zukünftig weiter in den Blick genommen und fortgeführt werden.
Veränderte Gottesdienstzeiten ab Advent: Ab dem Advent werden die Gottesdienstzeiten verändert. Im ersten Jahr findet der Gottesdienst in Spellen-Friedrichsfeld um 10:00 Uhr und in Götterswickerhamm um 11:15 Uhr statt. Dadurch werden auch sogenannte Doppeldienste einer Pfarrperson ermöglicht. Im darauffolgenden Jahr werden die Uhrzeiten gewechselt.
Rückkehr von Harald Eickmeier: Harald Eickmeier ist seit dem 19. Oktober wieder im Dienst.
Unterstützung durch Pfarrpersonen im Ruhestand: Das Pfarrteam bedankt sich ausdrücklich für die gute und wertvolle Unterstützung durch die Pfarrpersonen im Ruhestand, die regelmäßig und mit großem Engagement Gottesdienste und Kasualien übernehmen.

Rückmeldungen aus der Gemeinde:
Keine Rückfragen

2d – Ehrenamtlicher Küsterdienst
Bericht: Alexandra Kreimeyer
Aktueller Stand sind 1,5 Küsterstellen, bis Juni 2027. Danach 1 volle Küsterstelle. Da ist die Idee entstanden, ein ehrenamtliches Küsterteam zu etablieren. Gesucht werden Menschen, die Lust, Zeit und Energie haben, den Küsterdienst zu unterstützen.

Rückmeldungen / Vereinbarungen:
Keine Rückmeldung oder Rückfragen aus der Gemeinde

TOP 3 – Finanzangelegenheiten
Bericht: Sabine Braune.

Haushaltsabschlüsse: Die Haushaltsabschlüsse der vergangenen Jahre weisen jeweils ein positives Ergebnis auf. Insgesamt konnte ein Überschuss in Höhe von 87.460,22 € erzielt werden.
Strukturelles Defizit: Trotz der positiven Abschlüsse besteht weiterhin ein strukturelles Defizit. Die derzeitigen positiven Ergebnisse sind daher nicht gleichbedeutend mit einer langfristig ausgeglichenen Haushaltssituation.
Aktueller Stand der Jahresabschlüsse: Aus dem Finanzbericht wird ergänzend berichtet, dass inzwischen alle vergangenen Jahresabschlüsse auf dem aktuellen Stand sind. Die erforderlichen Nacharbeiten und Aufarbeitungen der vergangenen Jahre sind abgeschlossen. Dadurch besteht nun ein umfassender und verlässlicher Überblick über die finanzielle Situation und die Entwicklung der vergangenen Jahre.
Weitere Informationen und eine ausführliche Einordnung der finanziellen Situation ergeben sich aus dem vorliegenden Finanzbericht.

Fragen und Rückmeldungen
Orgelreinigung: Es wird gefragt, warum die geplante Reinigung der Orgel zunächst aufgeschoben werden muss.
Antwort: Vor der Durchführung der Maßnahme ist zunächst die Erstellung eines entsprechenden Gutachtens erforderlich. Hierfür besteht derzeit ein Fachkräftemangel bei den Orgelgutachterinnen und -gutachtern, sodass sich die Erstellung des Gutachtens verzögert. Das Gutachten muss anschließend dem Kirchenkreis vorgelegt werden. Die Erstellung eines solchen Gutachtens ist eine Vorgabe der Landeskirche und Voraussetzung für das weitere Vorgehen.

 

TOP 4 – Gebäudeangelegenheiten
Bericht: Jochen Weltgen.

Altes Pfarrhaus Lippestraße: Das ehemalige Pfarrhaus in der Lippestraße ist seit mehreren Jahren an die Diakonie vermietet. Die Vermietung und Nutzung des Gebäudes verlaufen gut und haben sich bewährt.
Ehemaliges Pfarrhaus Parkstraße: Das ehemalige Pfarrhaus in der Parkstraße ist derzeit noch an die Pfarrerin im Ruhestand Susanne Jantsch vermietet. Nach Beendigung des bestehenden Mietverhältnisses soll geprüft werden, wie das Gebäude zukünftig genutzt werden kann und in welcher Form eine weitere Vermietung angestrebt wird.
Gemeindezentrum Friedrichsfeld und Jugendarbeit: Die Jugendarbeit wird künftig vollständig im Gemeindezentrum Friedrichsfeld stattfinden. Die Jugendlichen haben die dortigen Räume bereits eigenständig neu gestaltet. Am Gemeindezentrum besteht allerdings Sanierungsbedarf, insbesondere im Bereich der Fassade und der Fenster. Auch die akustischen Bedingungen sollen überprüft und bei Bedarf verbessert werden. Entsprechende Maßnahmen werden angestrebt.
Gemeindehaus Spellen: Zum Gemeindehaus in Spellen wurde bereits im Zusammenhang mit der Idee eines Dorfgemeinschaftshauses berichtet. Die weiteren Überlegungen und Gespräche hierzu sollen fortgeführt werden.
Nebenraum an der Kirche in Spellen: Es wird angestrebt, den Nebenraum an der Kirche in Spellen zu sanieren und räumlich zu erweitern. Dabei sollen insbesondere die Sanitäranlagen, die Küche sowie die Abstell- und Lagerflächen verbessert werden. Ziel ist es, dort weiterhin einen kleinen Ort der Begegnung und Versammlung für unterschiedliche Zwecke, beispielsweise ein Kirchencafé oder kleinere Gruppen, anbieten zu können.
Friedhof
Weiterentwicklung des Friedhofs: Der Friedhof soll auch zukünftig gepflegt und gut instand gehalten werden. Dabei soll insbesondere der sich wandelnden Bestattungs- und Trauerkultur Rechnung getragen werden. In diesem Zusammenhang ist die Anlage eines neuen Gräberfeldes vorgesehen.
Bänke: Dankenswerterweise konnten durch den Förderverein zwei neue Bänke für den Friedhof angeschafft werden. Damit wird die Aufenthaltsqualität auf dem Friedhof weiter verbessert.
Unterbringung von Gerätschaften: Für die Zukunft besteht noch der Bedarf nach einer geeigneten Unterbringungsmöglichkeit für die auf dem Friedhof benötigten Gerätschaften. Hierfür soll eine entsprechende Lösung entwickelt werden.

Fragen / Rückmeldungen:
Keine Rückfragen aus der Gemeinde

TOP 5 – Personalangelegenheiten
Bericht: Alexandra Kreimeyer

Personelle Veränderungen
Verabschiedung von Andrea Lantermann: Andrea Lantermann wurde nach 18 Jahren in der Jugendarbeit verabschiedet. Sie hat sich auf eigenen Wunsch beruflich verändert. Für ihr langjähriges Engagement und ihren Einsatz in der Jugendarbeit wurde ihr ausdrücklich gedankt.
Jugendarbeit: Im Zuge des beruflichen Wechsels von Andrea Lantermann wird die Stelle von Jan Recht auf eine volle Stelle erweitert. Jan Recht übernimmt künftig die Jugendarbeit an beiden Standorten, Spellen und Friedrichsfeld.
Veränderungen im Pfarrdienst: Im Pfarrdienst gibt es ebenfalls personelle Veränderungen. Susanne Jantsch ist in den Ruhestand eingetreten. Gleichzeitig hat Sascha Dornhardt seinen Dienst (50%) im pastoralen Bereich aufgenommen.
Küsterdienst: Im Küsterdienst stehen derzeit insgesamt 1,5 Stellen zur Verfügung, bis Juli 2027. Ab dann steht eine volle Küsterstelle zur Verfügung. (siehe oben „Ehrenamtliches Küsterteam“)

Rückfragen / Rückmeldungen:
Keine Rückfragen aus der Gemeinde

Vereinbarungen / nächste Schritte:

TOP 6 – Verschiedenes
Weitere Themen, Fragen und Anregungen aus der Gemeindeversammlung.
Vesperkirche 2027 Katharina Bous berichtet kurz über die geplante Vesperkirche 2027 und lädt herzlich zur Teilnahme ein. Die Vesperkirche findet in der Woche vor der Karwoche in Vierlinden/Walsum statt. Für die Durchführung werden noch Ehrenamtliche gesucht, die sich entweder punktuell oder auch über die gesamte Dauer der Vesperkirche einbringen und das Projekt unterstützen möchten.
Dank an das Presbyterium
Aus der Gemeinde heraus wird dem Presbyterium für die Arbeit gedankt!

Protokoll erstellt von: Sascha Dornhardt & Pia Hopp

Friedrichsfeld, 30. September 2026

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